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Impfstrategie

Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit der Impfstoffe wurden zuerst Risikogruppen geimpft, hier wurden mehrere zeitliche Phasen durch das Gesundheitsministerium definiert. Durch die begrenzte Haltbarkeit der derzeit lieferbaren und zugelassenen Impfstoffe und deren Zubereitungsform werden die Impfungen in einigen wenigen Impfzentren pro Bezirk durchgeführt, um ein Verwerfen von Impfdosen zu vermeiden.

Die Reihenfolge der einzelnen Phasen und dessen Freigabe obliegt ausschließlich dem Gesundheitsministerium und erfolgte Zug um Zug.

Allgemeine Empfehlung:

  • Personen ab 12 Jahren

Aktuell geltende Maßnahmen - CORONAVIRUS

Frequently Asked Questions / Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich mich zu einer Covid-19 Impfung anmelden?

Derzeit kann man sich einen konkreten Impftermin ausschließlich über die Homepage 144 Notruf Niederösterreich buchen.

Kann man sich gegen Covid-19 impfen lassen?

Es wird kostenfreie Impfstoffe für alle Menschen in Österreich geben, die sich impfen lassen wollen. Die Republik kauft die Impfstoffe zentral an und verteilt sie an die Impfzentren.

Wird die Covid-19 Impfung kostenfrei sein?

Die Corona-Schutzimpfung wird für alle Menschen in Österreich kostenfrei zur Verfügung stehen.

Wird die Corona-Schutzimpfung freiwillig sein?

Die Bundesregierung und andere Regierungsvertreter und -vertreterinnen haben immer wieder unterstrichen, dass es keine allgemeine Impfpflicht geben wird.

Wer darf die Corona-Schutzimpfung durchführen?

Zur Durchführung einer Corona-Schutzimpfung sind alle Ärztinnen und Ärzte, unabhängig ihres Sonderfaches oder ihrer Ausbildung zur Ärztin/zum Arzt für Allgemeinmedizin, berechtigt. Das gilt daher auch für Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner und Schulärztinnen/Schulärzte. Darüber hinaus dürfen Turnusärztinnen/Turnusärzte, pensionierte Ärztinnen/Ärzte und ausländische Ärztinnen/Ärzte in Zusammenarbeit mit zur selbständigen Berufsausübung berechtigten Ärztinnen/Ärzten Corona-Schutzimpfungen verabreichen. Medizinstudierenden ist dies in einem strukturierten Setting (z.B. eine Impfstraße im Auftrag der Landessanitätsdirektion) unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht ebenfalls erlaubt. Zudem dürfen diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen nach schriftlicher ärztlicher Anordnung Corona-Schutzimpfungen verabreichen. In diesem Zusammenhang sind noch Rettungs- bzw. Notfallsanitäterinnen und -sanitäter zu erwähnen, für die eigens eine gesetzliche Grundlage geschaffen wurde. Mit dieser Gesetzesänderung ist diese Berufsgruppe nach entsprechender Schulung berechtigt, auf ärztliche Anordnung und unter ärztlicher Aufsicht Corona-Schutzimpfungen zu verabreichen. Alle Impfberechtigten dürfen zudem die Impfung unter den jeweils geltenden Voraussetzungen vorbereiten, wobei eine Vorbereitung darüber hinaus durch entsprechendes pharmazeutisches Personal erfolgen kann.

Wie wird der Impfstoff verabreicht?

Der Impfstoff wird als Injektion in den Oberarm verabreicht.

Wie oft muss die Impfung durchgeführt werden?

Je nach Impfstoff wird die Impfung in 1 oder 2 Teilimpfungen verabreicht. Ob und wie oft eine Auffrischungsimpfung erforderlich sein wird, ist noch nicht bekannt.

Wann erhalte ich die zweite Teilimpfung?

Beim Impfstoff von Biontech/Pfizer erfolgt die zweite Teilimpfung nach frühestens 21 Tagen, während dieser Mindestabstand beim Impfstoff von Moderna 28 Tage beträgt. Das Intervall kann auch wenige Wochen nach hinten ausgedehnt werden, ohne die Wirkung der zweiten Teilimpfung zu beeinträchtigen. Es ist nach der 2. Teilimpfung häufiger mit Nebenwirkungen zu rechnen.

Was passiert, wenn ich meinen Termin für die zweite Teilimpfung versäumt habe?

Es besteht kein Grund zur Sorge, solange die erste Teilimpfung nicht viele Wochen zurückliegt. Holen Sie diese zweite Teilimpfung auf jeden Fall nach, mit nur einer Impfung sind Sie nicht oder unzureichend geschützt.

Muss ich nach der Impfung weiterhin eine Maske tragen?

Ja! Die Maske dient dem Selbstschutz, besonders aber dem Fremdschutz.

Darf ich mich gegen COVID-19 impfen lassen, wenn ich Allergiker bin?

Personen mit bekannten und häufigen Allergien, wie beispielsweise Allergien gegen Pollen oder Hausstaub, können und sollen geimpft werden. Bei anderen Allergien sollte man dies mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt vorbesprechen. Zu einer Impfung sollte jedenfalls der Allergie-Ausweis mitgebracht werden. Nicht jede Allergie stellt hierbei ein Problem für eine Corona-Schutzimpfung dar. Die Information zu möglichen Allergenen enthält die Fachinformation (Zusammensetzung) des entsprechenden Impfstoffes. Bei Impfung von Allergikerinnen und Allergikern soll die Nachbeobachtungszeit jedenfalls bis zu 30 Minuten verlängert werden.

Besteht bei Autoimmunerkrankungen eine Impfeinschränkung?

Die bisher verfügbaren Impfstoffe gegen COVID-19 sind nur teilweise bei Personen mit einer Autoimmunerkrankung untersucht. Jedenfalls liegen Daten und Erfahrungen zu folgenden Erkrankungen vor:

  • HIV (unter Therapie und mit CD4>500)
  • stabilen Autoimmunerkrankungen
  • Krebserkrankungen (ohne laufende oder kürzlich Chemotherapie)
  • Diabetes mellitus
  • kardiovaskulären und chronischen pulmonalen Erkrankungen vor

In all diesen Fällen wurden keine Auffälligkeiten bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit verzeichnet.

Zu allen übrigen Krankheitsbildern gibt es noch keine Daten, weshalb jedenfalls eine Konsultation durch die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt durchgeführt werden sollte.

Kann ich durch die Impfung infiziert werden?

Nein! Die Impfung enthält kein Virus, sondern nur einen Bauplan für die Bildung eines Proteins, gegen welches im Körper Abwehrstoffe gebildet werden. Somit kann eine Infektion durch die Impfung ausgeschlossen werden.

Ich war schon an Covid-19 erkrankt, muss ich auch impfen?

  • Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft ist eine Immunisierung auch nach bereits durchgemachter Infektion empfohlen.
  • Die Impfung ist schon 2 Tage nach Genesung möglich.
  • Aufgrund der Impfstoffknappheit wird derzeit eine Impfung nach 3 Monaten empfohlen.

Welche Personengruppen sollen sich aktuell nicht impfen lassen?

  • Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist aktuell keine Impfung vorgesehen.
  • Wenn Sie bereits schwere allergische Reaktionen hatten, sollten Sie vorerst keine Impfung erhalten
  • Wenn Sie schwanger oder stillende Mutter sind, sollten Sie sich bezüglich der aktuellen Empfehlungen von Ihrem Facharzt/Ihrer Fachärztin für Gynäkologie oder Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin beraten lassen.

Kann man sich impfen lassen, wenn man eine andere Erkrankung (Infekt) hat?

  • Während einer akuten Infektion sollte bis zur Genesung keine Impfung erfolgen

Hinweise für Schwangere, stillende Mütter, Frauen im gebärfähigen Alter und Frauen die eine Schwangerschaft planen:

  • Es gibt keinen Hinweis, dass der Impfstoff  für Schwangere oder stillende Mütter unsicher ist. Bevor dieser neue Impfstoff jedoch für Schwangere oder stillende Mütter angeboten werden kann, sind noch weitere wissenschaftliche Untersuchungen notwendig. Diese Vorgehensweise ist bei jeder neuen Medikamentenzulassung üblich. Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie mit der Impfung bis nach der Geburt warten.
  • Wenn Sie stillende Mutter sind, sollten Sie mit der Impfung bis zum Abstillen warten.
  • Wenn Sie planen in den nächsten 3 Monaten schwanger zu werden, sollten Sie die Impfung verschieben.
  • Wenn Sie aktuell nicht schwanger sind, können Sie die Impfung erhalten, allerdings sollten Sie eine Schwangerschaft im Zeitraum ab der 1. Teilimpfung bis 2 Monate nach der 2 Teilimpfung vermeiden.
  • Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen in Bezug auf die Reproduktionstoxizität schließen. Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Comirnaty bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fötale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen. Die Verabreichung von Comirnaty in der Schwangerschaft sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen die möglichen Risiken für Mutter und Fötus überwiegt. Bei einem Kinderwunsch besprechen Sie Nutzen und Risiko der Impfung bitte mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.

Welche Impfreaktionen sind zu erwarten?

  • Die meisten Impfreaktionen sind mild und von kurzer Dauer.
    • Schmerzen im Bereich der Einstichstelle
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen
    • Muskel-und Gelenkschmerzen
    • In einigen wenigen Fällen kann auch kurzfristig Fieber auftreten

     

  • Demgegenüber könnten sehr seltene Nebenwirkungen (seltener als 1:10.000) auch erst nach der Zulassung des Impfstoffes und der Impfung einer hohen Anzahl an Personen erstmalig auftreten. Außergewöhnliche Nebenwirkungen können von Ärzten, Patienten und Anwendern an das BASG – Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen gemeldet werden.

Darf ich ein Medikament gegen Impfreaktionen einnehmen?

  • Ja, das ist möglich und beeinflusst die angestrebte Wirkung der Impfung nicht (z.B. Arzneimittel, die Paracetamol enthalten).

Gibt es allergische Reaktionen?

  • In seltenen Fällen kann es zu ernsten allergischen Reaktionen kommen.  Das hat bisher nur einige wenige Personen betroffen, die bereits schwere allergische Sofortreaktionen auf Medikamente oder Lebensmittel gehabt haben. Diese Personen sollten vorerst keine Corona-Schutzimpfung erhalten.
  • Erkrankungen die durch Pollen („Heuschnupfen“) verursacht werden oder Kontaktallergien stellen kein erhöhtes Risiko dar. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Arzt beraten.
  • Mögliche schwerwiegende anaphylaktische Reaktionen treten innerhalb von wenigen Minuten nach der Impfung auf. Die Impfstellen sind für die Behandlung dieser Nebenwirkungen ausgestattet.

Was müssen Personen einer Risikogruppe tun, um sicher zu stellen, dass sie sich möglichst rasch gegen COVID-19 impfen lassen können?

Registrieren Sie sich in unserem Online-Service-Center um zeitnahe Informationen zu Ihrer Risikogruppe zu erhalten.

Was ist ein Impfschaden?

  • Wenn es in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung zu einem gesundheitlich relevanten Ereignis kommt, kann ein Antrag auf Zuerkennung eines Impfschadens gestellt werden. Über diesen Antrag erfolgt ein Verwaltungsverfahren beim Sozialministeriumservice. Im Rahmen des Verfahrens werden Sachverständigengutachten eingeholt und es gibt ein Parteiengehör. Die rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen nach dem Impfschadengesetz sehen dabei im Vergleich zu zivilgerichtlichen Verfahren eine Beweiserleichterung vor, es muss kein Beweis der Kausalität zwischen Impfung und Gesundheitsschädigung vorliegen. Zudem ist ein kostenloses Verfahren mit Rechtszug vom Sozialministeriumservice zum Bundesverwaltungsgericht sowie dem Verwaltungs- und Verfassungsgerichthof möglich. Anerkannt wird ein Impfschaden dann, wenn das Verfahren ergeben hat, dass ein wahrscheinlicher Zusammenhang mit der Impfung gegeben ist. Um zu beurteilen, ob die verabreichte Impfung wesentliche Bedingung für den nunmehrigen Gesundheitszustand bildet, wird das Vorliegen eines klaren zeitlichen Zusammenhangs, das Fehlen einer anderen (wahrscheinlicheren) Erklärungsmöglichkeit der aufgetretenen Symptomatik und die Ähnlichkeit des angeführten Schadens der Impfung mit Komplikationen der Infektion mit dem Erreger, vor dem die Impfung schützen soll, geprüft. Aus einer Anerkennung ergeben sich Sozialleistungen in Form von Einmalzahlungen oder Rentenzahlungen

Wer übernimmt die Verantwortung und die Haftung für Impfschäden nach einer Corona-Schutzimpfung?

Für derartige Gesundheitsschädigungen gibt es das Impfschadengesetz. Hier hat der Bund für Schäden Entschädigung zu leisten, die durch Impfungen verursacht worden sind, die nach der Verordnung über empfohlene Impfungen zur Abwehr einer Gefahr für den allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung im Interesse der Volksgesundheit empfohlen sind. Die Corona-Schutzimpfung wurde in dieser Verordnung ergänzt.

Wenn es in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung zu einem gesundheitlich relevanten Ereignis kommt, kann ein Antrag auf Zuerkennung eines Impfschadens gestellt werden. Über diesen Antrag erfolgt ein Verwaltungsverfahren beim Sozialministeriumservice. Im Rahmen des Verfahrens werden Sachverständigengutachten eingeholt und es gibt ein Parteiengehör. Die rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen nach dem Impfschadengesetz sehen dabei im Vergleich zu zivilgerichtlichen Verfahren eine Beweiserleichterung vor, es muss kein Beweis der Kausalität zwischen Impfung und Gesundheitsschädigung vorliegen. Zudem ist ein kostenloses Verfahren mit Rechtszug vom Sozialministeriumservice zum Bundesverwaltungsgericht sowie dem Verwaltungs- und Verfassungsgerichthof möglich. Anerkannt wird ein Impfschaden dann, wenn das Verfahren ergeben hat, dass ein wahrscheinlicher Zusammenhang mit der Impfung gegeben ist. Um zu beurteilen, ob die verabreichte Impfung wesentliche Bedingung für den nunmehrigen Gesundheitszustand bildet, wird das Vorliegen eines klaren zeitlichen Zusammenhangs, das Fehlen einer anderen (wahrscheinlicheren) Erklärungsmöglichkeit der aufgetretenen Symptomatik und die Ähnlichkeit des angeführten Schadens der Impfung mit Komplikationen der Infektion mit dem Erreger, vor dem die Impfung schützen soll, geprüft. Aus einer Anerkennung ergeben sich Sozialleistungen in Form von Einmalzahlungen oder Rentenzahlungen.

Wie wird der Impfstoff verabreicht?

Der Impfstoff wird als Injektion in den Oberarm verabreicht.

Wie oft muß die Impfung durchgeführt werden?

Je nach Impfstoff wird die Impfung in 1 oder 2 Teilimpfungen verabreicht. Ob und wie oft eine Auffrischungsimpfung erforderlich sein wird, ist noch nicht bekannt.

Können für die Teilimpfungen bei einer Person Impfstoffe unterschiedlicher Hersteller verwendet werden?

Nein, beide Teilimpfungen müssen mit demselben Impfstoff durchgeführt werden.

Wie sicher sind die zugelassenen Impfstoffe?

Ein Impfstoff wird erst nach umfassender Überprüfung für die Bevölkerung zugelassen (präklinische und klinische Phase, Zulassungsprüfung, Auflagen der Zulassungsbehörden und Marktzulassung, Nachzulassungsbeobachtung). Nach seiner Marktzulassung erfolgt eine anhaltende Beobachtung zur Erfassung von Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen. Durch die Zusammenfassung von nationalen und internationalen Beobachtungen kann sichergestellt werden, dass auch Risiken von Impfstoffen erfasst werden, die so selten sind, dass sie erst bei einer sehr großen Anzahl durchgeführter Impfungen sichtbar werden.

Welche Impfstofftechnologien kommen bei der Corona-Schutzimpfung zum Einsatz?

Alle Impfstoffe basieren auf dem Prinzip, dass der Körper auf den Wirkstoff in der Impfung, das Antigen, reagiert und aktiv Antikörper produziert sowie spezifische T-Zellen generiert, darum spricht man auch von „aktiver Immunisierung“. Dazu werden unserem Immunsystem Teile (Antigene) oder ein Bauplan für Antigene des Erregers von COVID-19, dem Coronavirus, SARS-CoV-2, präsentiert, so dass eine Immunität gegenüber dem Erreger aufgebaut wird. Die unterschiedlichen Impfstoffkandidaten nutzen dabei sehr verschiedene Antigenteile und Ansätze. Dabei gibt es drei Hauptentwicklungslinien: Lebendimpfstoffe mit Vektorviren, Totimpfstoffe (mit Virusproteinen oder Gesamtvirion) und mRNA-Impfstoffe.

Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe?

Im Falle von mRNA-Impfstoffen wird den menschlichen Körperzellen der Bauplan (in Form der so genannten „messenger RNA“) für Virusproteine zur Verfügung gestellt. Diese Information wird in den Zellen ausgelesen und das codierte Protein produziert. Das ist ein Prozess, der in Körperzellen ununterbrochen abläuft, um die für die Zelle nötigen Proteine herzustellen. So kann beispielsweise das Spike-Protein des Covonairus, SARS-CoV-2, von den menschlichen Zellen selbst produziert werden. Da es ein für die Zelle unbrauchbares, fremdes Protein darstellt, wird es an die Zelloberfläche transportiert und dort mithilfe bestimmter Immunkomplexproteine präsentiert. Das wird von speziellen Immunzellen erkannt und regt in der Folge das Immunsystem dazu an, Antikörper gegen SARS-CoV-2 zu produzieren und spezifische, gegen Teile dieses fremden Proteins gerichtete T-Zellen zu generieren.

Wie auch alle anderen Impfungen bringt also auch eine mRNA-Impfung einen Erreger bzw. einen Teil davon in den menschlichen Körper, so dass das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern angeregt wird. Unterschiedlich ist dabei, wie Erreger(-bestandteile) in den Körper transportiert werden: während diese bei anderen Impfstofftechnologien direkt verabreicht werden, wird mit mRNA-Impfungen nur der Bauplan verabreicht, so dass die menschlichen Zellen die Erreger(-bestandteile) selbst produzieren.

Die mRNA, die über den Impfstoff verabreicht wurde, wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie wird nicht in DNA (den Träger der Erbinformation) eingebaut und hat keinen Einfluss auf die menschliche Erbinformation, weder in Körperzellen noch in Fortpflanzungszellen. Nach dem Abbau der mRNA findet keine weitere Produktion des Virusproteins statt.

Video: https://www.youtube.com/watch?feature=youtu.be&v=GBq_l2llyzo

Wie funktionieren vektorbasierte Impfstoffe?

Vektorimpfstoffe beruhen auf dem Prinzip ein für den Menschen zwar infektionsfähiges, aber völlig harmloses Virus so umzubauen, dass es zwar seine harmlosen Eigenschaften nicht verliert, aber für unser Immunsystem so aussieht, als wäre es ein völlig anderer Erreger, in unserem Fall eben ein SARS-CoV-2 Virus. Vereinfacht gesagt: Es sieht für unser Immunsystem aus wie ein „Schaf im Wolfspelz“: Unser Immunsystem reagiert auf dieses Vektorvirus als wäre es ein SARS-CoV-2 Virus, aber mit dem Unterschied, dass Krankheitsfolgen ausbleiben. Das Spike-Protein des SARS-CoV-2 Virus wird von der Zelle selbst produziert und anschließend auf der Zelloberfläche dem Immunsystem präsentiert, sodass gegen dieses Protein Antikörper und T-Zellen gebildet werden, die in weitere Folge vor der Erkrankung schützen sollen. Die COVID-19-Vektorimpfstoffkandidaten enthalten ungefährliche, gut untersuchte Trägerviren, die durch das menschliche Immunsystem kontrolliert und eliminiert werden. Bei den nicht-replizierenden vektorbasierten Impfstoffen werden die als Vektor verwendeten Viren gentechnologisch so verändert, dass sie sich nicht weiter in der Wirtszelle vermehren können, sondern lediglich als Transportmittel für den genetischen Bauplan der Oberflächenproteine des zu bekämpfenden Virus dienen.

Kann man wählen, welchen Impfstoff man bekommt?

Prinzipiell ist die Corona-Schutzimpfung freiwillig. Auf Grund der Eigenschaften der Impfstoffe werden die Impfstoffe voraussichtlich in unterschiedlichen Settings angeboten werden. Es wird beispielsweise voraussichtlich logistisch schwierig sein, einen Impfstoff, der bei ca. -70°C gelagert werden muss, im niedergelassenen Bereich flächendeckend anzubieten. Das ist bei Impfstoffen, die bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden, eine ganz andere Situation. Darüber hinaus hängt es davon ab, in welchen Mengen die einzelnen Impfstoffe verfügbar sind. Zudem werden die verschiedenen Impfstoffe zu unterschiedlichen Zeiten auf den Markt kommen, sodass eine freie Wahl auch auf Grund der jeweiligen Verfügbarkeit nicht möglich sein wird, ähnlich, wie wir das von den saisonalen Grippeimpfstoffen kennen. Auch wird nicht jeder Impfstoff für jede Person gleich gut geeignet sein, sodass es je nach Impfstoff unterschiedliche Indikationen bzw. Zielgruppen geben wird. Nach derzeitigem Wissensstand gibt es hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit keinen Anlass, einen Qualitätsunterschied zwischen den Impfstoffen anzunehmen.

Können COVID-19-Impfstoffe Nebenwirkungen verursachen?

Ja. Zu unterscheiden sind hier Impfreaktionen und echte Nebenwirkungen. Reaktionen sind Erscheinungen, welche die eigentliche Wirkung der Impfung begleiten können und Ausdruck der (erwünschten) immunologischen Abwehrreaktion sind. Sie sind nicht gefährlich, können aber unangenehm sein und entstehen zumeist an der Impfstelle im Sinne einer Rötung, eventuell einer Schwellung und auch Schmerzhaftigkeit unterschiedlicher Ausprägung. Auch systemische Impfreaktionen sind möglich und umfassen eine breite Palette an Sensationen wie z.B. Müdigkeit, Kopfschmerzen, leichtes Fieber, allgemeines „grippiges“ Gefühl und andere. RNA-Impfstoffe sind dafür bekannt, dass sie das Immunsystem sehr gut aktivieren können, man nennt sie daher auch „reaktogener“ als andere Impfstoffe. Im Rahmen einer starken Immunantwort produziert der Körper viele Botenstoffe, einige dieser Botenstoffe können dabei auch zu den erwähnten Begleiterscheinungen führen. Diese möglichen Beschwerden sind keine unerwarteten und potenziell gefährlichen Nebenwirkungen, sondern ein Zeichen der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff, die zu einer Schutzwirkung führt. Diese Impfreaktionen klingen üblicherweise in wenigen Tagen folgenlos ab und sind deutlich harmloser, als die möglichen Symptome und Folgeschäden der Infektion, die durch die Impfung verhindert werden kann: nur wenn der Nutzen eines Impfstoffs ein eventuelles Impfrisiko deutlich überwiegt, werden Impfstoffe auch zugelassen.

Zu erwartende echte Nebenwirkungen werden im Rahmen der Zulassungsstudien erfasst, dabei wird der Impfstoff an mindestens 10.000 Personen getestet. Dabei ist es möglich, dass sehr seltene Nebenwirkungen (sehr selten heißt seltener als 1 Fall auf 10.000 Geimpfte) erst nach der Zulassung der Impfungen erfasst werden. Auch nach der Marktzulassung erfolgt daher eine ständige penible Kontrolle zum Erfassen von möglichen Nebenwirkungen und eine laufende weitere Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses. Diese Nebenwirkungen sind in der Fachinformation und der Gebrauchsinformation des Impfstoffes detailliert aufgelistet.

Im Zusammenhang mit Nebenwirkungen ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass nicht jedes Krankheitszeichen, das im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung auftritt, auch auf die Impfung zurückzuführen ist. Gerade wenn Impfstoffe an sehr viele Personen verabreicht werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer Impfung Beschwerden auftreten, die jedoch nicht durch die Impfung, sondern durch andere, auch in der ungeimpften Bevölkerung regelmäßig vorkommende Ursachen, beispielsweise durch eine zeitgleich oder kurz danach aufgetretene andere Erkrankung, verursacht wurden („Hintergrundinzidenz“). Für eine möglichst präzise Evaluierung aller nach den Impfungen aufgetretenen Reaktionen und Nebenwirkungen sind sowohl geimpfte Personen als auch impfendes Gesundheitspersonal dringend angehalten, alle derartigen Symptome einzumelden.

Details unter: www.basg.gv.at/pharmakovigilanz/meldung-von-nebenwirkungen/.

Wird es einen eigenen Impfstoff für Kinder geben?

Der Fokus wird zunächst daraufgelegt, diejenigen zu schützen, die am schwersten an COVID-19 erkranken oder versterben und das sind in erster Linie Erwachsene und insbesondere Personen höheren Alters. Darum wurden zu Beginn auch ausschließlich Erwachsene und Personen höheren Alters in Impfstudien aufgenommen. Wenn ausreichend Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe bei Erwachsenen zur Verfügung stehen, so werden teils weitere Studien geplant werden, in die auch Kinder eingeschlossen werden.

Sollten Impfstoffe für Kinder zugelassen werden, so wird es sich vermutlich um dieselben Impfstoffe handeln, welche auch bei Erwachsenen eingesetzt werden, möglicherweise in einer anderen Dosierung.

In Abhängigkeit von den Eigenschaften des jeweiligen Impfstoffes, der Fachinformation und der epidemiologischen Situation wird das Nationale Impfgremium eine Empfehlung aussprechen, wie mögliche Impfstoffe bei Kindern einzusetzen wären, wenn diese für Kinder zugelassen sind.

Hat die im UK beobachtete Virus-Variante eine Auswirkung auf die Effektivität der Impfung?

Virus-Varianten, die sich durch spontane Mutationen bilden sind nichts Außergewöhnliches, sondern ein natürlicher Prozess, der in einem gewissen Ausmaß in nahezu allen Viren abläuft. Wichtig ist zu beobachten, wo im Virus diese Mutationen stattfinden und welche Auswirkungen diese haben.

Die jetzt in UK identifizierte Variante unterscheidet sich von anderen auftretenden SARS-CoV-2 Viren dahingehend, dass sie mehrere bereits vorher aufgetretene Einzelmutationen in sich vereint. Somit ist plötzlich ein Virusstamm aufgetreten, der viele Mutationen in sich vereint. Das ist mit derzeitigen Wissensstand noch kein Grund zur Besorgnis! Die Situation wird in UK derzeit genauestens beobachtet und man versucht bestmöglich, die Weiterverbreitung der beobachteten Variante von Sars-CoV-2 einzudämmen.

Impfungen gegen COVID-19 sind in UK erst Anfang Dezember angelaufen. Die genannte Virus-Variante ist jedoch bereits im September entdeckt worden. Es ist also ein Zufall, dass diese Variante gerade in jenem Land beobachtet wurde, in dem früh geimpft wurde. Da die Impfstoffe eine Vielzahl an neutralisierenden Antikörpern hervorrufen, ist es unwahrscheinlich, dass die Verbreitung dieser Variante Auswirkungen auf die Effektivität der hoffentlich bald auch in der EU zugelassenen Impfstoffe haben wird.

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